07021 866 8293 hallo@schatzentdecker.de

„Nacktfrosch, Nacktfrosch!“ Das musste sich mein Sohn neulich anhören, als er mit nacktem Oberkörper am Fenster stand und andere Kinder beim Spielen im Schnee beobachtete. Schnell verschwand er in seinem Zimmer und verkrümelte sich. Nach einer Weile kam er wieder heraus und war den Tränen nahe:“Ich bin aber kein Nacktfrosch!“ Das Wort war mitten in seinem Herzen gelandet – allerdings im negativen Sinne. Ich habe ihn auf den Schoß genommen, um ihn zu trösten. Da war es dann mit der Zurückhaltung aus und die Tränen flossen. Alles Gut-Zureden half nicht: „Das Kind hat es bestimmt nicht böse gemeint“. „Nacktfrosch ist doch ein freundliches Wort.“ „Nimms dir nicht so zu Herzen.“ Mein gesamtes Standardrepertoire brachte nichts.

Bis ich auf einen Gedanken kam. Ich bat meinen Sohn, den Nacktfrosch, der ja tief in ihm saß, einfach auszuspucken. Er schaute mich verdutzt an. Ich faltete meine Hände zu einer Schüssel und bat ihn, das Wort hineinzusprechen. Ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht. Er war dabei und sprach das Wort vorsichtig in meine Hände. Gemeinsam beratschlagten wir nun, was wir jetzt mit dem Nacktfrosch tun wollten. Er sollte ja komplett verschwinden. Mein Sohn entschied sich für den Mülleimer. Ihm fiel noch ein, dass Nacktfrösche super Springer sind und bat mich, sehr vorsichtig zu sein, wenn ich ihn in den Mülleimer legte. Ich trug ihn also zum Müll und mein Sohn stellte sicher, dass der Dekcel auch wirklich geschlossen war. Die ganze Zeit über lachte er. Es machte ihm einen Heidenspaß.

Auch ein paar Tage später erzählte er immer wieder von dem Nackfrosch und schaute mutig in den Mülleimer, um herauszufinden, ob er noch da ist und wie es ihm geht.

Es passiert jedem Menschen, dass er Worte hört, die ihn treffen. An anderen prallen sie ab und manche trifft es mitten ins Herz. Dabei spielt es keine Rolle, wie diese Worte ursprünglich gemeint waren und in welcher Absicht sie von jemandem zu uns gesagt wurden. Was kann man dann tun? Das Zureden hat nichts gebracht. Das ist übrigens ein Löungsansatz, den ich automatisch immer wieder herauskrame und der mich extrem selten zum Erfolg führt. Warum? Ich erreiche damit das Herz meines Kindes nicht – sein Gefühl. Und genau das brauche ich, um das schlechte Gefühl, das der Nacktfrosch ausgelöst hat, auflösen zu können. Deshalb habe ich einen kleinem Umweg gemacht. Durch das sprechen des Wortes „Nacktfrosch“ in meine Hand, ist das Wort wieder aus meinem Sohn heraus gekommen und er konnte den Frosch quasi in meiner Hand sehen. Und da es ihm auch noch viel Spaß gemacht hat, war alleine durch den Vorgang das schlechte Gefühl schon verschwunden. In einem zweiten Schritt wollte ich sicherstellen, dass mein Sohn sich auch tatsächlich von dem schlechten Gefühl verabschieden kann. Ich habe ihn involviert und gefragt, wie wir den Frosch am besten entsorgen. Damit waren der Frosch und das schelchte Gefühl verschwunden und mein Sohn ist wieder fröhlich spielen gegangen.

 

Das waren also meine Grundzutaten:

  • Humor
  • den Nacktfrosch (das schlechte Gefühl) sichtbar machen
  • der Vorgang des Entsorgens
  • Einbeziehung meines Sohnes, indem er über den Verbleib des Nacktfrosches entscheiden konnte

Diese Grundzutaten kannst du auch in anderen Situationen nutzen. Überall dann, wenn es irgendwo im Gefühl bei dir oder deinem Kind nicht stimmt. Probiere es mal aus! Ihr kommt über das übliche Trösten und damit dem Verbleib im Problem hinaus und habt jede Menge Spaß. Ein Erlebnis, dass zusammenschweißt. Garantiert!

 

Gefällt dir der Text? Dann hinterlasse doch einen Kommentar oder hilf mir und teile den Artikel auf Facebook. Ich freue mich darüber!Pfeile-gezeichnet-18

 

Große Aufruhr im Wald! Es geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste. Alle
Gefühle zeigen - gar nicht so einfach! Jeden Tag passieren viele Dinge um uns herum.
Heute habe ich ein Thema für dich, das mich schon sehr lange beschäftigt und das
Schimpfen war für mich eine
Die Angst zu versagen ist eine der größten Hindernisse, die uns Menschen davon abhalten kann,