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Heute habe ich ein Thema für dich, das mich schon sehr lange beschäftigt und das du mit Sicherheit auch kennst: Wie oft passiert es, dass du deinem Kind etwas mitteilst oder zu etwas aufforderst, etwas erklärst oder es warnst und deine Worte kommen nicht an? Egal, mit welcher Intention du sie gesendet hast, ob freundlich oder weniger freundlich? Und du hast das Gefühl, dass sie irgendwo zwischen deinem Mund und den Ohren deines Kindes eigene Wege gehen oder in der Luft verpuffen. Einfach so!? Weg!? Alles, was du mit Bedacht, Sorgfalt oder auch Ärger formuliert hast, zeigt null Wirkung. Naja, manchmal erhälst du doch eine Reaktion: Du wirst von deinem Kind angemuffelt. Deine Diagnose: Mein Kind hört nicht zu! Da kann ich machen, was ich will.

 

Kommt dir das bekannt vor?

Mir schon und mich hat es jedesmal in Rage gebracht und ich habe mich aufgeregt. Oft mussten sich meine Kinder dann „Du hörst ja nie zu“ oder bestenfalls ein „Hej, du sitzt auf deinen Ohren“ anhören. Die Bandbreite meiner Reaktionen war groß. Nur leider waren sie alle nicht besonders freundlich. Warum auch? Ich meinte es gut und meine Kinder schien es überhaupt nicht zu interessieren. So habe ich es zumindest für mich interpretiert. Das war schon ziemlich nervig, denn letztendlich ist das eine Sackgasse: Ich bin die Gute, meine Kinder die Blöden. Ich befand mich also in einer Spirale, die mir überhaupt nicht weitergeholfen hat. Im Gegenteil. Meine Haltung hat sich ja jedes Mal wieder bestätigt und damit verfestigt.

 

Eines der größten Missverständnisse der Kommunikation

Bis ich eines Tages darauf kam, dass ich einem der größtem Missverständnisse der Kommunikation aufgesessen bin: dem Sender-Empfänger Modell.

kind hört nicht zu

Du kennst es vielleicht. Wenn du einmal ein Kommunikationstraining besucht hast, dann auf jeden Fall. Das Modell geht davon aus, dass es einen „Sender“ gibt, der eine Botschaft übermittelt. Diese wird vom „Empfänger“ aufgenommen. Und wenn der Sender eine klare Botschaft hat, dann muss es am Empfänger liegen, dass er diese nicht verstanden hat.

Ja, aber genau so hatte ich es doch gemacht! Eine klare Ansage, die meine Kinder leider nicht verstanden haben. Nach dem Modell liegt es an ihnen. Ich bin also fein raus. Punkt. Geändert hat sich dadurch nichts. Verärgert bin ich immer noch und meine Botschaft steht auch noch in der Luft oder ist längst verpufft.

 

Woran es liegt

So, und nun kommt ein neuer Gedanke dazu. Versuch doch mal, die Vorstellung zu vergessen. Acuh den Glaubenssatz: Mein Kind hört nicht zu. Wenn etwas, was wir Eltern sagen, nicht bei unserem Kind ankommt, dann liegt es nicht an unserem Kind. Auch nicht an der Luft zwischen uns und natürlich liegt es auch nicht an uns selbst.

Unsere Nachricht ist einfach nur nicht wirksam gewesen.

Und was glaubst du, wie hoch die Wahrscheinlichtkeit ist, dass unsere Nachricht wirksamer wird, wenn wir sie stumpf wiederholen oder uns auf die Suche nach einem Schuldigen machen?

 

Ja, genau, du weisst es sicherlich schon: Die Wirkung verbessert sich null.

 

Unsere Nachricht und unser Anliegen kommen trotzdem nicht an. Übrigens ist auch lauter werden keine Option. Die Wirkung ist und bleibt NULL. Wenn du jetzt einen kleinen Moment nachdenkst (länger brauchst du bestimmt nicht 🙂 ), fallen dir sicherlich auf Anhieb ein paar solcher Momente ein.

 

Was du tun kannst

Dein Kind ist keine Maschine, das man mit Vorgaben füttern kann. Es macht nicht „ratter ratter“ und dein Anliegen ist 1:1 in die Tat umgesetzt. Kinder lösen aber gerne Rätsel und setzen liebend gerne Ideen um, an deren Entstehung sie beteiligt sind. Wenn du das nächste Mal ein Anliegen hast, dann probiere doch einmal einen anderen Ansatz.

 

Überlege dir Folgendes:

  • Was möchte ich eigentlich erreichen?
  • Was muss ich dazu vorgeben und was kann mein Kind selbst gestalten?

 

Und dann schau einfach. Was passiert! Kommt deine Botschaft an? Und vor Allem: Wie fühlt ihr euch dabei?

 

Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich über deine Erfahrungen in den Kommentaren!

 

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